Cannabis Ernte, Trocknung und Lagerung

Dennis
Dennis 11 Min Lesezeit

Nach einer langen, intensiven Zeit der Pflege und des Wachstums ist es endlich so weit: Die Cannabispflanzen sind reif für die Ernte. Jetzt liegt es an euch, die Blüten schonend zu ernten, zu trocknen und weiterzuverarbeiten, um ihre Qualität und Haltbarkeit zu bewahren.

Schritt für Schritt zur perfekten Ernte

Der richtige Erntezeitpunkt ist essenziell für Wirkung, Aroma und Haltbarkeit der Blüten. Zu früh geerntet, sind die Wirkstoffe noch nicht voll ausgeprägt; zu spät geerntet, degradieren die Cannabinoide und Terpene.

Anzeichen der Reife

  • Blütenhärchen: 70-80% der Pistils haben sich von weiß zu orange, rot oder braun verfärbt und kräuseln sich ein.
  • Trichome: Die Harzkristalle auf Blüten und Blättern sind milchig-trüb bis bernsteinfarben, statt glasklar.
  • Blüten: Die Blütenstände sind prall, kompakt und verströmen einen intensiven Duft.
  • Gesamterscheinung: Die unteren Blätter beginnen sich zu verfärben, die Sämlinge schieben in die Blüten.

Beobachtet eure Pflanzen in den letzten Wochen genau und entscheidet nach Gesamteindruck. Oft ist eine gestaffelte Ernte über mehrere Tage sinnvoll, um alle Blüten im Optimalzustand zu ernten.

Erntetechniken und Werkzeuge

Für eine saubere, schonende Ernte braucht ihr folgende Utensilien:

- Werbung -
Dutch Passion Cannabissamen
  • Scharfe, saubere Gartenscheren zum Abschneiden der Triebe
  • Viele Einweckgläser oder Kunststoffboxen zum Sammeln und Transportieren der Blüten
  • Gummihandschuhe für sauberes Arbeiten und zum Schutz vor dem klebrigen Harz
  • Alkohol zum Reinigen der Scheren und Hände

Stellt sicher, dass eure Hände und Werkzeuge sauber und frei von Staub, Schmutz oder Pflanzensaft sind. Verschmutzte Blüten sind anfälliger für Schimmel und unerwünschte Aromen.

Nun heißt es, mit ruhiger Hand und geschultem Auge die reifen Blütenstände abzuschneiden. Folgende Techniken haben sich bewährt:

  1. Schneidet zuerst die großen Haupttriebe an der Stängelbasis ab und entfernt die zugehörigen Fangblätter. So habt ihr mehr Platz zum Arbeiten.
  2. Arbeitet euch von außen nach innen vor und schneidet die einzelnen Seitenzweige mit den Blüten ab. Steckt sie vorsichtig in die Boxen, ohne die Trichome abzustreifen.
  3. Inspiziert jede Blüte auf Anzeichen von Schimmel, Fäulnis oder Ungeziefer. Befallene Teile müssen sofort aussortiert werden, um eine Ausbreitung zu verhindern.

Lasst euch Zeit und arbeitet gewissenhaft, aber zügig. Je schneller die Blüten nach der Ernte weiterverarbeitet werden, desto besser ist es für ihre Qualität.

Schonende Trocknung für beste Qualität

Frisch geerntete Blüten haben einen Wassergehalt von 70-80% und sind noch nicht zum Rauchen oder Lagern geeignet. Durch eine langsame, kontrollierte Trocknung wird überschüssiges Wasser entzogen und die Haltbarkeit verbessert.

Optimale Trocknungsbedingungen

  • Temperatur: 18-20°C – zu warm fördert Schimmel und Geruchsverlust, zu kalt hemmt die Trocknung.
  • Luftfeuchtigkeit: 50-60% relative Feuchte – zu feucht begünstigt Schimmel, zu trocken entzieht Aroma.
  • Belüftung: Ein leichter Luftstrom transportiert Feuchtigkeit ab und verhindert Staunässe.
  • Licht: Dunkle bis schattige Bedingungen schützen Trichome und Wirkstoffe vor UV-Abbau.

Am besten eignen sich saubere, gut belüftete Räume oder Zelte mit einstellbarer Abluft und Entfeuchter.

Aufhängen der Blüten

Die geernteten Blüten müssen nun zum Trocknen aufgehängt werden. Dafür gibt es verschiedene Methoden:

  • An Wäscheleinen oder Netzen mit Klammern, Fäden oder Klebeband
  • Auf Gittern oder Trockengestellen aus Draht, Holz oder Kunststoff
  • In Trockenschränken oder -boxen mit perforierten Einlegeböden

Wichtig ist, dass die Blüten frei hängen und von allen Seiten mit Luft umspült werden. Vermeidet direkten Kontakt oder gar das Aufeinanderstapeln der Blüten, da sonst Druckstellen und Schimmel drohen.

Trocknungsdauer und Prüfung

Je nach Größe und Dichte der Blüten dauert die Trocknung 1-3 Wochen. Dabei sollten täglich Stichproben entnommen und der Fortschritt geprüft werden:

  • Feuchte Blüten fühlen sich biegsam und kühl an. Die Stängel biegen sich, ohne zu brechen.
  • Fast trockene Blüten sind nur noch leicht klamm. Die Stängel knicken unter Druck, brechen aber noch nicht.
  • Rauchfertige Blüten sind trocken, aber nicht spröde. Die kleinen Ästchen zerbrechen mit einem hörbaren Knacksen.

Sobald dieser Punkt erreicht ist, könnt ihr die Blüten abnehmen und in luftdichten Gefäßen zur Reifung lagern. Entfernt dabei grobe Stängel und Blätter, aber beschneidet die Blüten noch nicht final.

Eine behutsame Trocknung erfordert Geduld, zahlt sich aber durch saubere, aromatische Blüten aus. Seid wachsam gegenüber Schimmel und Ungeziefer und greift sofort ein, wenn ihr Auffälligkeiten bemerkt.

Mit der Ernte und Trocknung ist eure Arbeit aber noch nicht ganz getan. Im letzten Kapitel erfahrt ihr, wie ihr durch gezielte Nachbehandlung und Lagerung das volle Potenzial eurer Blüten ausschöpft.

Weiterverarbeitung und Lagerung

Nach der erfolgreichen Ernte und Trocknung eurer Cannabisblüten seid ihr nur noch wenige Schritte vom Ziel entfernt. Jetzt heißt es, durch gezielte Weiterverarbeitung und Lagerung das volle Potenzial der Blüten zu entfalten und langfristig zu bewahren.

Das Aushärten – Schlüssel für Aroma und Wirkung

Frisch getrocknete Blüten riechen oft nach Heu oder Gras und entfalten beim Rauchen noch nicht ihr volles Aroma. Durch das sogenannte Aushärten (Curing) in Gläsern reifen die Blüten nach und entwickeln ihr charakteristisches Terpenprofil.

Aushärten in Weckgläsern

Das Aushärten erfolgt am besten in luftdichten Eimweckgläsern, die zu 3/4 mit Blüten gefüllt werden. Die Gläser werden täglich für ein paar Minuten geöffnet, um frische Luft hineinzulassen und überschüssige Feuchtigkeit entweichen zu lassen.

Dieser Vorgang wird mindestens 2 Wochen, idealerweise 4-8 Wochen lang fortgesetzt. In dieser Zeit finden biochemische Prozesse statt, die das Aroma verfeinern und die Wirkung verändern:

  • Abbau von Chlorophyll und pflanzlichen Geschmacksstoffen
  • Umwandlung von THC in das stärker psychoaktive CBN
  • Entwicklung von Terpenen und Aromaten

Achtet beim Aushärten penibel auf Sauberkeit und Hygiene, um Schimmelbildung oder Qualitätseinbußen zu vermeiden. Kontrolliert die Blüten regelmäßig und sortiert verdächtige Exemplare sofort aus.

Richtig ausgehärtete Blüten zeichnen sich durch folgende Eigenschaften aus:

  • Komplexes, sortenspezifisches Aroma
  • Gleichmäßige Feuchtigkeit ohne klamme Stellen
  • Geschmeidiges, nicht sprödes Raucherlebnis
  • Optimale, ausbalancierte Wirkung

Habt Geduld und gebt den Blüten die nötige Zeit zum Reifen – es lohnt sich! Gut ausgehärtete Blüten können viele Monate oder sogar Jahre gelagert werden, ohne an Qualität zu verlieren.

Trimmen und Verpacken der Blüten

Vor der eigentlichen Lagerung solltet ihr die ausgehärteten Blüten noch ein letztes Mal gründlich trimmen, also von überschüssigen Blättern und Stängeln befreien. Übrig bleiben sollten nur die prallen, harzhaltigen Blütenstände.

Je nach Vorliebe und Verwendungszweck gibt es zwei Trimm-Methoden:

  • Nass-Trimmen: Die Blüten werden direkt nach der Ernte vor dem Trocknen getrimmt. Das spart Zeit, aber die feuchten Blüten sind empfindlicher und können Trichome einbüßen. Eignet sich für die zügige Weiterverarbeitung.
  • Trocken-Trimmen: Die Blüten werden erst nach dem Trocknen und Aushärten final getrimmt. Das ist zeitaufwändiger, schont aber die Trichome und produziert die schönsten Blüten. Optimal für die Langzeitlagerung.

Zum Trimmen braucht ihr scharfe, saubere Scheren, Pinzetten und Gummihandschuhe. Arbeitet über einer großen, glatten Oberfläche und sammelt die abgeschnittenen Blätter für die Haschischproduktion.

Die fertigen Blüten könnt ihr dann nach Größe und Qualität sortiert in luftdichte Gläser oder Vakuumbeutel abpacken. Je weniger Luft und Licht an die Blüten gelangen, desto länger bleiben sie aromatisch und wirksam.

Extraktion und Haschischproduktion

Die beim Trimmen anfallenden Zuckerbätter und kleinen Blüten sind zu schade zum Wegwerfen – sie eignen sich hervorragend für die Haschischproduktion.

Haschisch ist ein Konzentrat aus den Trichomen der Blüten, das durch mechanische oder lösemittelbasierte Extraktion gewonnen wird. Je nach Methode und Qualität der Ausgangsblüten könnt ihr so hochwertiges Haschisch, Rosin, Bubble Hash oder andere Konzentrate herstellen.

Die einfachste und sicherste Methode ist das Sieben der trockenen Blüten und Blätter über Metallsieben, um das Harz von den Pflanzenteilen zu trennen. Das so gewonnene Kief kann dann mit Druck und Wärme zu Haschisch gepresst werden.

Andere beliebte Verfahren sind die Extraktion mit Eis und Wasser (Bubble Hash) oder die Pressung mit beheizten Platten (Rosin). Für fortgeschrittene Haschischeure gibt es auch die Möglichkeit der Extraktion mit Lösemitteln wie Alkohol oder Butan, was aber ein hohes Maß an Sorgfalt und Sicherheitsvorkehrungen erfordert.

Haschisch und andere Konzentrate sind eine hervorragende Möglichkeit, die Ernte zu veredeln und zu konservieren. Durch den hohen Wirkstoffgehalt und die lange Haltbarkeit sind sie nicht nur effizient, sondern auch äußerst ökonomisch.

Fazit – Die Ernte genießen

Die Ernte und Weiterverarbeitung eurer Cannabisblüten markiert das Ende einer langen, lehrreichen Reise voller Herausforderungen und Erfolgserlebnisse. Wenn ihr eure selbst angebauten, getrockneten und veredelten Blüten in den Händen haltet, könnt ihr stolz auf eure Leistung sein!

Doch die wahre Belohnung liegt nicht nur im Produkt selbst, sondern auch in den Erfahrungen und dem Wissen, das ihr auf dem Weg dorthin gewonnen habt. Ihr habt viel über Botanik, Anbautechniken, Problemlösung und euch selbst gelernt – Fähigkeiten und Erkenntnisse, die euch ein Leben lang begleiten werden.

Genießt eure Ernte in vollen Zügen, aber vergesst dabei nicht die Verantwortung und Risiken, die mit dem Cannabiskonsum einhergehen. Konsumiert achtsam, maßvoll und nur im gesetzlich erlaubten Rahmen.

Und denkt daran: Der Cannabis Anbau ist nicht nur ein Handwerk, sondern auch eine Kunst und Wissenschaft. Es gibt immer etwas Neues zu entdecken und zu verfeinern. Bleibt neugierig, experimentierfreudig und offen für Verbesserungen.

In diesem Sinne wünschen wir euch eine ertragreiche Ernte und viele beglückende Momente mit euren selbst gezüchteten Cannabisblüten. Mögen sie euch inspirieren, entspannen und erfreuen! Happy Harvesting!

Share This Article
Hinterlasse einen Kommentar