Cannabis Indoor Anbau

Dennis
Dennis 26 Min Lesezeit

Der Indoor Anbau von Cannabis erfreut sich zunehmender Beliebtheit unter Growern, die ihre Pflanzen unter kontrollierten Bedingungen kultivieren möchten. Durch die Schaffung einer optimalen Umgebung im Innenraum lassen sich verschiedene Parameter wie Licht, Temperatur und Luftfeuchtigkeit präzise steuern. Dies ermöglicht es, das volle genetische Potenzial der Cannabispflanzen auszuschöpfen und ganzjährig konstante Erträge zu erzielen.

Zielgruppe und Zweck des Ratgebers für den Cannabis Indoor Anbau

Dieser Ratgeber richtet sich an alle, die sich für den Indoor Anbau von Cannabis interessieren – sei es aus Gründen der Diskretion, Ertragssteigerung oder Qualitätsoptimierung. Sowohl Einsteiger als auch erfahrene Grower sollen angesprochen werden.

Das Ziel ist es, einen umfassenden Überblick über alle relevanten Aspekte des Indoor Anbaus zu geben. Angefangen bei der Auswahl geeigneter Sorten und dem Aufbau des Growraums, bis hin zu fortgeschrittenen Techniken zur Ertragsmaximierung. Der Fokus liegt dabei auf praxisnahen Anleitungen und konkreten Handlungsempfehlungen.

Neben der reinen Wissensvermittlung soll der Ratgeber auch für einen verantwortungsvollen und sicheren Umgang mit der Thematik sensibilisieren. Dies beinhaltet sowohl rechtliche Aspekte, als auch Hinweise zu Gesundheitsschutz und Risikominimierung.

- Werbung -
Dutch Passion Cannabissamen

Also lehnt euch zurück und taucht ein in die spannende Welt des Indoor Cannabisanbaus! Jedes Kapitel wird euch die nötigen Grundlagen, Techniken und Kniffe an die Hand geben, um erfolgreich eure eigenen hochwertigen Buds zu züchten. Let’s grow!

Grundlagen des Cannabis Indoor Anbaus

Der Indoor Anbau bietet gegenüber der Outdoor Kultivierung einige entscheidende Vorteile. Durch die Schaffung einer kontrollierten Umgebung lassen sich viele Risikofaktoren wie Schädlinge, Witterungseinflüsse oder Diebstahl minimieren. Auch die Möglichkeit einer kontinuierlichen Produktion unabhängig von Jahreszeiten ist ein wichtiges Argument für den Anbau in geschlossenen Räumen.

Vor- und Nachteile des Indoor Anbaus

Vorteile

  • Kontrolle über alle Wachstumsparameter
  • Optimierung von Ertrag und Qualität
  • Geringeres Risiko von Schädlingen und Krankheiten
  • Diskretion und Schutz vor Diebstahl
  • Unabhängigkeit von klimatischen Bedingungen
  • Kontinuierliche Produktion ganzjährig möglich

Nachteile

  • Höhere Anfangsinvestitionen für Equipment
  • Laufende Kosten für Strom, Dünger etc.
  • Zeitaufwändige Pflege und Überwachung
  • Risiko von technischen Defekten oder Ausfällen
  • Begrenzte Anbaufläche je nach Raumgröße

Insgesamt überwiegen für viele Grower die Vorteile, sodass sich der Indoor Anbau steigender Beliebtheit erfreut. Gerade in Regionen mit ungünstigem Klima oder begrenzten Freiflächen stellt er oft die einzige Möglichkeit dar, erfolgreich Cannabis zu kultivieren.

Benötigte Ausstattung und Materialien für den Indoor Anbau von Cannabis

Für einen reibungslosen Start in den Indoor Anbau ist es wichtig, sich zunächst einen Überblick über die benötigte Ausstattung zu verschaffen. Die wichtigsten Komponenten sind:

  • Growbox oder Growzelt als Anbauräume
  • Beleuchtungssystem mit Lampen, Reflektoren und Zeitschaltuhren
  • Belüftungssystem mit Ventilatoren, Aktivkohlefiltern und Luftsteuerung
  • Bewässerungssystem mit Pumpen, Schläuchen und ggf. Tropfern
  • Nährstofflösungen und Substrate wie Erde, Kokos oder Hydrokugeln
  • Messgeräte für pH-Wert, EC-Wert, Temperatur und Luftfeuchtigkeit
  • Sonstige Utensilien wie Schere, Binder, Handschuhe etc.

Je nach Budget und Anspruch gibt es in jeder Kategorie verschiedene Optionen – vom günstigen Einsteigermodell bis hin zur Profiausrüstung. Wichtig ist jedoch, dass alle Komponenten aufeinander abgestimmt sind und den Anforderungen der jeweiligen Anbaumethode genügen.

Auswahl geeigneter Cannabissorten

Ein weiterer entscheidender Faktor für den Erfolg ist die Wahl der richtigen Genetik. Nicht jede Cannabissorte eignet sich gleichermaßen für den Indoor Anbau, da sie unterschiedliche Anforderungen an Platz, Licht und Nährstoffe haben.

Zu den beliebtesten Sorten für die Indoor Kultivierung zählen:

  • Indica-dominante Sorten wie Northern Lights, White Widow oder Blueberry, die kompakt wachsen und schnell blühen.
  • Sativa-Hybride wie Super Silver Haze, Amnesia Haze oder Jack Herer für höhere Pflanzen mit längerer Blütezeit.
  • Autoflowering Sorten wie Quick One oder Easy Bud, die unkompliziert und schnellreifend sind.

Neben den Wachstumseigenschaften spielt auch das Wirkungsspektrum eine wichtige Rolle bei der Sortenwahl. Viele Sorten wurden speziell für medizinische Anwendungen mit hohem CBD-Gehalt gezüchtet, während andere eher für ihre starke psychoaktive Wirkung bekannt sind. Hier gilt es, die persönlichen Präferenzen und Bedürfnisse zu berücksichtigen.

Unabhängig von der letztendlichen Entscheidung ist es empfehlenswert, nur Saatgut von renommierten Samenbanken zu beziehen. So lassen sich böse Überraschungen vermeiden und die Chancen auf gesunde, ertragreiche Pflanzen steigen.

Mit der richtigen Ausstattung und genetischen Grundlage sind die Weichen für einen erfolgreichen Indoor Grow gestellt. In den folgenden Kapiteln gehen wir nun ins Detail, wie ihr Schritt für Schritt das Beste aus euren Pflanzen herausholt.

Anbauräume und Beleuchtung

Die Wahl des richtigen Anbauräumes und die Entscheidung für ein geeignetes Beleuchtungssystem sind zwei zentrale Aspekte des erfolgreichen Indoor Cannabisanbaus. Beide Faktoren haben maßgeblichen Einfluss auf das Wachstum, die Entwicklung und den Ertrag der Pflanzen.

Anforderungen an den Anbauräume

An einen Anbauräume für Cannabis werden besondere Anforderungen gestellt, um ideale Wachstumsbedingungen zu schaffen:

  • Größe: Der Raum sollte ausreichend Platz für die geplante Anzahl und Größe der Pflanzen bieten, inklusive Beleuchtung und Belüftung.
  • Lichtdichtigkeit: Jegliches Eindringen von Außenlicht muss verhindert werden, um den Tag-Nacht-Rhythmus der Pflanzen zu steuern.
  • Luftdichtigkeit: Um Gerüche und Schall nach außen hin abzuschirmen, sollte der Raum möglichst luftdicht sein.
  • Hygiene: Glatte, abwischbare Oberflächen und ein sauberer Fußboden erleichtern die Reinigung und beugen Schimmel oder Ungeziefer vor.
  • Stromversorgung: Ausreichende Stromquellen für Lampen, Lüfter und sonstige Geräte sind unverzichtbar. Eventuell ist eine separate Sicherung nötig.

Growbox vs. Growzelt

Zwei besonders beliebte Optionen für Indoor Anbauräume sind Growboxen und Growzelte. Beide bieten Vor- und Nachteile:

Growboxen sind in der Regel stabiler und langlebiger, da sie aus festem Material wie Holz oder Metall gefertigt sind. Sie bieten guten Schallschutz und sind optisch unauffälliger. Allerdings sind sie oft teurer und weniger flexibel in der Größe.

Growzelte bestehen aus einem Metallgestell mit lichtdichtem Stoffüberzug. Sie sind deutlich günstiger, leichter zu transportieren und lassen sich schnell auf- und abbauen. Die Lüftungsöffnungen sind standardisiert. Nachteile sind die geringere Stabilität und Schalldämmung.

Letztendlich hängt die Wahl des Anbauräumes von den individuellen Bedürfnissen und Möglichkeiten ab. Wichtig ist vor allem, dass die oben genannten Kriterien erfüllt sind.

Beleuchtungssysteme

Mindestens ebenso wichtig wie der Raum selbst ist die Beleuchtung, denn Licht ist der Haupttreiber für die Photosynthese und das Pflanzenwachstum. Für den Cannabisanbau haben sich verschiedene Beleuchtungssysteme bewährt:

Natriumdampflampen (HPS)

  • Hohe Lichtintensität im orangenen und roten Spektralbereich
  • Eignen sich besonders für die Blütephase
  • Hohe Wärmeentwicklung erfordert gute Belüftung
  • Relativ günstig in der Anschaffung, aber hoher Stromverbrauch

Metallhalogendampflampen (MH)

  • Ausstoß im blauen Spektralbereich, ideal für die vegetative Phase
  • Geringere Wärmeentwicklung als HPS
  • Oft in Kombination mit HPS-Lampen verwendet
  • Etwas teurere Anschaffung, dafür effizienter

LED-Lampen

  • Vollspektrum mit Schwerpunkten in Blau und Rot
  • Sehr energieeffizient und vergleichsweise geringe Hitzeentwicklung
  • Lange Lebensdauer und kompakte Bauform
  • Hohe Anschaffungskosten, aber geringe Folgekosten

Welches System das beste ist, lässt sich nicht pauschal sagen, da es stark von den individuellen Gegebenheiten abhängt. Viele Grower erzielen hervorragende Resultate mit einer Kombination aus MH- und HPS-Lampen, während für andere die Vorteile von LEDs überwiegen.

Lichtphasen und Beleuchtungsdauer

Unabhängig vom Lampentyp ist die richtige Beleuchtungsdauer entscheidend:

  • In der vegetativen Phase erhalten die Pflanzen 18-24 Stunden Licht pro Tag. Dies fördert das Wachstum und die Entwicklung der Triebe und Blätter.
  • Um die Blüte auszulösen, wird die tägliche Lichtdauer auf 12 Stunden reduziert. Die Pflanzen erhalten also 12 Stunden Licht und 12 Stunden durchgehende Dunkelheit.
  • Autoflowering Sorten können durchgehend im 18-24-Stunden-Lichtrhythmus gehalten werden, da sie unabhängig von der Lichtperiode in die Blüte übergehen.

Die Beleuchtungsdauer wird in der Regel über Zeitschaltuhren gesteuert, um einen gleichmäßigen Rhythmus zu gewährleisten.

Cannabis Indoor Anbau Lichtintensität und Abstände

Neben der Beleuchtungsdauer spielt auch die Lichtintensität eine wichtige Rolle. Sie wird in Lumen oder PAR-Werten gemessen und gibt an, wie viel Licht die Pflanzen tatsächlich aufnehmen können.

Als Faustregel gilt, dass Cannabis in der Blüte mindestens 65.000 Lumen pro Quadratmeter benötigt. Der Abstand zwischen Lampen und Pflanzen ist dabei entscheidend:

  • HPS-Lampen sollten meist 30-60cm Abstand zum Blätterdach haben, um Verbrennungen zu vermeiden.
  • MH-Lampen vertragen 20-40cm Abstand, da sie weniger Wärme entwickeln.
  • LED-Systeme können oft dichter an die Pflanzen herangeführt werden (20-30cm).

Letztendlich müsst ihr beobachten, wie eure Pflanzen auf die Lichtintensität reagieren und gegebenenfalls nachjustieren. Eine gleichmäßige Ausleuchtung der gesamten Fläche ist dabei ebenso wichtig wie die Vermeidung von “Hot Spots” direkt unter den Lampen.

Mit der richtigen Wahl von Anbauräumen und Beleuchtung habt ihr die Grundlage für ein optimales Wachstum der Cannabispflanzen geschaffen. Im nächsten Kapitel geht es um das Herzstück eines jeden Grows: Die Bewässerung und Düngung.Teilen

Cannabis Indoor Anbau Bewässerung und Düngung

Eine optimale Versorgung mit Wasser und Nährstoffen ist entscheidend für die Gesundheit und Produktivität der Cannabispflanzen. Dabei gilt es einige grundlegende Dinge zu beachten, um Probleme wie Über- oder Unterversorgung zu vermeiden.

Bewässerungsmethoden und -intervalle

Cannabispflanzen benötigen je nach Entwicklungsstadium und Umgebungsbedingungen unterschiedlich viel Wasser. Zu den gängigsten Bewässerungsmethoden zählen:

  • Gießen von Hand: Die klassische Methode eignet sich besonders für kleinere Grows und gibt ein gutes Gefühl für den Wasserbedarf. Wichtig ist ein gleichmäßiges Gießen bis circa 20% Überschuss aus den Töpfen läuft, um Staunässe zu vermeiden.
  • Tropfbewässerung: Hier versorgt ein Schlauchsystem mit Tropfern jede Pflanze einzeln und kontinuierlich mit Wasser. Der Vorteil liegt in der Automatisierung und konstanten Feuchtigkeitsverteilung im Substrat. Allerdings besteht ein erhöhtes Risiko für technische Probleme.
  • Ebbe-Flut-Systeme: Bei dieser Form der Hydro-Kultur werden die Pflanzen in Körben über einem Wasserbecken gehalten. In regelmäßigen Abständen wird die Nährlösung in das Becken gepumpt und flutet die Wurzeln. Nach einer Verweilzeit läuft die Lösung wieder ab. Sehr effizient, aber auch technisch anspruchsvoll.

Unabhängig von der Methode sollte die Bewässerung immer zu Beginn der Lichtperiode erfolgen, damit die Pflanzen tagsüber ausreichend Wasser verdunsten können. Die Häufigkeit hängt vom Substrat, der Temperatur und der Luftfeuchtigkeit ab. Ein guter Indikator ist das Gewicht der Töpfe: Fühlen sie sich deutlich leichter an als direkt nach dem Gießen, ist es Zeit für die nächste Bewässerung.

Nährstoffbedarf der Pflanzen

Neben Wasser benötigen Cannabispflanzen eine Vielzahl von Makro- und Mikronährstoffen für ein gesundes Wachstum. Die wichtigsten davon sind:

  • Stickstoff (N): Fördert das vegetative Wachstum und die Blattbildung. Überschüsse führen zu verbrannten Blattspitzen.
  • Phosphor (P): Essentiell für Wurzelwachstum, Blütenbildung und Reifeprozesse. Mangel äußert sich durch dunkle Blattflecken.
  • Kalium (K): Wichtig für Stoffwechsel, Widerstandsfähigkeit und Aroma. Mangel zeigt sich an eingerollten, fleckigen Blättern.

Daneben spielen Magnesium, Calcium, Eisen und viele weitere Spurenelemente eine Rolle. In welchen Mengen die Nährstoffe benötigt werden, ist abhängig von der Wachstumsphase:

  • In der vegetativen Phase liegt der Schwerpunkt auf Stickstoff für die Blatt- und Triebbildung. Das N-P-K-Verhältnis liegt etwa bei 3-1-2.
  • Zu Beginn der Blütephase verschiebt sich der Bedarf in Richtung Phosphor und Kalium für die Blütenbildung. Hier sind Verhältnisse von 1-3-2 üblich.
  • In den letzten 2-3 Wochen vor der Ernte wird die Nährstoffzufuhr reduziert, um den Abbau von überschüssigen Nährstoffen in den Pflanzen zu ermöglichen.

Geeignete Düngemittel und Dosierung

Um den Nährstoffbedarf zu decken, kommen verschiedene Düngemittel zum Einsatz:

  • Flüssigdünger werden dem Gießwasser in definierter Konzentration beigemischt. Sie ermöglichen eine präzise Dosierung und sind besonders für Hydrokulturen geeignet. Allerdings reagieren die Pflanzen auch empfindlicher auf Überdosierungen.
  • Festdünger wie Langzeitdünger werden dem Substrat direkt beigemischt. Sie geben die Nährstoffe nach und nach frei, was weniger Kontrollmöglichkeiten bietet. Dafür ist die Gefahr von Überdüngung geringer.
  • Organische Düngemittel wie Kompost oder Guano setzen auf natürliche Rohstoffe. Sie fördern das Bodenleben und geben Nährstoffe langsam ab, sind jedoch schwerer zu dosieren.

Welche Dünger zum Einsatz kommen ist Geschmackssache. Wichtig ist, immer Herstellerempfehlungen zu befolgen und lieber etwas weniger als zu viel zu düngen. Bei Flüssigdüngern sollte zudem in regelmäßigen Abständen mit Klarwasser gegossen werden, um Nährstoffablagerungen im Substrat zu vermeiden.

pH-Wert und EC-Wert

Zwei weitere zentrale Faktoren für die Nährstoffversorgung sind der pH-Wert und die Leitfähigkeit (EC-Wert) der Nährlösung bzw. des Substrats.

Der optimale pH-Bereich liegt für Cannabis zwischen 6,0 und 7,0. In diesem Bereich können die meisten Nährstoffe optimal aufgenommen werden. Bei Abweichungen kann trotz ausreichender Düngung ein Nährstoffmangel auftreten. Daher sollte der pH-Wert regelmäßig gemessen und gegebenenfalls mit pH-Regulatoren angepasst werden.

Der EC-Wert ist ein Maß für die Konzentration der Nährstoffe in der Lösung. Er sollte je nach Wachstumsphase zwischen 0,8 und 2,0 mS/cm liegen. Zu hohe Werte deuten auf eine Überdüngung hin und können zu Salzstress führen. Regelmäßige EC-Messungen helfen, die Düngung zu optimieren und Probleme frühzeitig zu erkennen.

Eine ausgewogene und bedarfsgerechte Bewässerung und Düngung ist der Schlüssel zu gesunden, kräftigen Cannabispflanzen. Mit zunehmender Erfahrung entwickelt ihr schnell ein Gespür dafür, was eure Pflanzen brauchen. Haltet euch zunächst an die genannten Richtwerte und beobachtet aufmerksam die Reaktionen der Pflanzen. So lernt ihr Schritt für Schritt, sie optimal zu versorgen.

Cannabis Indoor Anbau Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Belüftung

Neben Licht, Wasser und Nährstoffen spielen auch die klimatischen Bedingungen im Grow eine entscheidende Rolle für die Entwicklung der Cannabispflanzen. Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Belüftung bilden dabei ein eng verwobenes System, das es sorgfältig auszubalancieren gilt.

Optimale Temperaturen für Cannabis

Cannabispflanzen gedeihen am besten in einem Temperaturbereich von 20-30°C. Dabei sollten Tag- und Nachttemperaturen leicht variieren:

  • In der vegetativen Phase sind 24-30°C tagsüber und 18-22°C in der Nacht ideal. Diese Werte fördern das Wachstum und die Nährstoffaufnahme.
  • In der Blütephase darf die Temperatur etwas niedriger liegen, mit 22-26°C am Tag und 18-20°C in der Nacht. Die kühleren Nachttemperaturen begünstigen die Harzproduktion.

Zu hohe Temperaturen führen zu verstärkter Transpiration und Nährstoffproblemen, während zu niedrige Temperaturen das Wachstum verlangsamen und die Anfälligkeit für Schimmel erhöhen.

Steuerung der Temperatur

Um die optimalen Temperaturen zu halten, ist eine Kombination aus Belüftung und Klimasteuerung nötig:

  • Abluft-Ventilatoren transportieren warme Luft nach außen und saugen kühlere Luft an. Sie sind unverzichtbar, um einen Hitzestau unter den Lampen zu vermeiden.
  • Zuluft-Ventilatoren sorgen für einen kontinuierlichen Luftaustausch und bringen frische, CO2-haltige Luft in den Raum.
  • Klimaanlagen oder Heizungen ermöglichen eine aktive Regulierung der Temperatur, falls die Lüftung alleine nicht ausreicht.

Zusätzlich ist es ratsam, die Grow-Lampen in ausreichendem Abstand zu den Pflanzen zu platzieren und für eine gute Luftzirkulation zwischen den Zweigen zu sorgen. Regelmäßiges Messen mit einem Thermo-Hygrometer hilft dabei, die Temperaturen im Blick zu behalten.

Optimale Luftfeuchtigkeit

Die relative Luftfeuchtigkeit (RH) ist ein weiterer wichtiger Faktor für die Gesundheit der Pflanzen. Sie beeinflusst die Transpiration und den Nährstofftransport. Folgende Werte haben sich bewährt:

  • In der vegetativen Phase liegt die optimale Luftfeuchte bei 40-60% RH. Dies fördert das Streckungswachstum und die Nährstoffaufnahme über die Wurzeln.
  • Zu Beginn der Blüte wird die Luftfeuchte auf 40-50% RH abgesenkt, um die Gefahr von Schimmelbildung an den dichten Blüten zu reduzieren.
  • In den letzten 2-3 Wochen vor der Ernte kann die Luftfeuchte auf 30-40% RH gesenkt werden, um die Harzproduktion anzuregen und den Trocknungsprozess zu beschleunigen.

Eine zu hohe Luftfeuchte begünstigt Schimmel und Krankheiten, während zu trockene Luft die Spaltöffnungen der Blätter schließen lässt und die Photosynthese hemmt.

Steuerung der Luftfeuchtigkeit

Um die Luftfeuchtigkeit im Zielbereich zu halten, kommen verschiedene Maßnahmen zum Einsatz:

  • Eine ausreichende Belüftung mit Ventilatoren transportiert feuchte Luft nach außen und gleicht Schwankungen aus.
  • Luftentfeuchter reduzieren aktiv die Luftfeuchtigkeit, indem sie Wasser aus der Luft ziehen. Sie sind besonders in der Blütephase nützlich.
  • Luftbefeuchter erhöhen die Luftfeuchtigkeit, indem sie Wasserdampf abgeben. Sie können helfen, zu trockene Luft auszugleichen.

Wie bei der Temperatur ist auch hier eine regelmäßige Messung mit einem Hygrometer unerlässlich, um die Werte im Blick zu behalten und bei Bedarf gegenzusteuern.

Belüftung und Luftaustausch

Eine konstante Belüftung erfüllt mehrere wichtige Funktionen im Grow:

  • Sie versorgt die Pflanzen mit frischem Sauerstoff und CO2 und transportiert verbrauchte Luft ab.
  • Sie gleicht Temperatur- und Feuchtigkeitsschwankungen aus und verhindert Hitzestau unter den Lampen.
  • Sie stärkt durch leichte Luftbewegung die Stabilität der Pflanzen und regt das Wachstum der Wurzeln und Triebe an.
  • Sie reduziert das Risiko von Schimmel und Krankheiten, indem sie Staunässe vermeidet.

Um einen optimalen Luftaustausch zu gewährleisten, sollte das Belüftungssystem in der Lage sein, das komplette Luftvolumen des Growraums mindestens alle 2-3 Minuten auszutauschen. Dafür kommen in der Regel mehrere Ventilatoren zum Einsatz:

  • Abluft-Ventilatoren mit Aktivkohlefiltern transportieren verbrauchte Luft und Gerüche nach außen.
  • Zuluft-Ventilatoren saugen frische Luft an und verteilen sie im Raum.
  • Oszillierende Ventilatoren sorgen für eine gleichmäßige Luftzirkulation zwischen den Pflanzen.

Eine durchdachte Platzierung der Ventilatoren ist wichtig, um Bereiche mit stehendem Wasser oder unbewegter Luft zu vermeiden. Hier kann es sich lohnen, mit verschiedenen Aufstellungen zu experimentieren, bis ein optimaler Luftstrom erreicht ist.

Vermeidung von Schimmel und Krankheiten

Ein Hauptgrund für die sorgfältige Kontrolle von Temperatur und Luftfeuchtigkeit ist die Vermeidung von Schimmel und anderen Krankheiten. Gerade in der Blütephase, wenn die Pflanzen dichter und kompakter werden, ist die Gefahr besonders groß.

Neben den bereits genannten Maßnahmen zur Klimasteuerung gibt es noch weitere Schritte, die ihr unternehmen könnt:

  • Achtet auf eine gute Hygiene im Growraum, indem ihr Pflanzenreste und Verschmutzungen regelmäßig entfernt und Arbeitsflächen sauber haltet.
  • Vermeidet es, mit nasser Kleidung oder Schuhen in den Raum zu gehen, um keine Feuchtigkeit einzuschleppen.
  • Seid zurückhaltend mit der Anwendung von Blattdüngern, da diese die Luftfeuchtigkeit erhöhen und Pilzsporen einen Nährboden bieten.
  • Kontrolliert eure Pflanzen regelmäßig auf Anzeichen von Befall und entfernt befallene Teile sofort.
  • Arbeitet wenn möglich mit positiven Druckgefälle, indem ihr im Raum einen leichten Überdruck erzeugt. So kann keine unfiltrierte Luft eindringen.

Mit der richtigen Balance von Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Belüftung schafft ihr ein stabiles, gesundes Klima für eure Cannabis Pflanzen. Beobachtet aufmerksam, wie die Pflanzen auf Veränderungen reagieren und justiert die Einstellungen bei Bedarf nach. Mit der Zeit entwickelt ihr ein Gefühl für die optimalen Werte in eurem Setup.

Wachstumsphasen und Pflege

Cannabispflanzen durchlaufen in ihrem Leben verschiedene Stadien, die jeweils unterschiedliche Anforderungen an Licht, Nährstoffe und Pflege stellen. Um erfolgreich zu ernten, ist es wichtig, diese Phasen zu kennen und die Pflanzen entsprechend zu umsorgen.

Keimung und Sämlingsstadium

Der Lebenszyklus beginnt mit der Keimung der Samen. Dafür brauchen sie Feuchtigkeit, Wärme und Dunkelheit. Am einfachsten geht dies zwischen feuchten Papiertüchern oder direkt in Anzuchtwürfeln. Die Samen können schon nach 24-48 Stunden aufplatzen.

Sobald die Keimlinge die ersten Blättchen entfalten, brauchen sie Licht, aber keine zusätzlichen Nährstoffe. Sie zehren noch von den Nährstoffen im Samenkorn. Das Licht darf in dieser Phase ruhig nah und intensiv sein, um ein Vergeilen zu vermeiden.

Nach 1-2 Wochen bildet der Keimling das erste Blattpaar mit den typischen gezackten Rändern. Nun kann er vorsichtig in das finale Substrat umgetopft werden.

Häufige Probleme in der Sämlings-Phase

  • Zu wenig Licht führt zu dünnen, schwachen Stängeln und großen Blattabständen.
  • Staunässe durch überfeuchtes Substrat lässt die Wurzeln faulen.
  • Hohe Luftfeuchtigkeit und Temperatur begünstigen Schimmel auf dem Substrat.

Vegetative Wachstumsphase

Mit dem Umtopfen beginnt die vegetative Phase, die je nach Sorte und gewünschter Größe 2-8 Wochen dauert. Die Pflanzen wachsen nun kräftig und bilden die meisten Blätter und Seitentriebe.

Das Licht kann nun auf 18-24 Stunden täglich geregelt werden. Die jungen Pflanzen vertragen bereits leichte Gaben von Wachstumsdünger mit hohem Stickstoff-Anteil. Gegen Ende der vegetativen Phase, etwa 1-2 Wochen vor der Blüte, kann die Lichtdauer auf 12 Stunden reduziert werden, um den Übergang zur Blüte anzuregen.

Häufige Probleme in der vegetativen Phase

  • Nährstoffmangel zeigt sich durch Vergilben der Blätter und geringem Wuchs.
  • Überdüngung führt zu Blattverbrennungen an den Spitzen und Rändern.
  • Ungeziefer wie Spinnmilben oder Thripse befällt die jungen Blätter.

Topping, FIMing und andere Techniken

In der vegetativen Phase werden oft Techniken angewendet, um die Pflanzenstruktur zu beeinflussen:

  • Topping: Der Haupttrieb wird gekappt, um die Seitentriebe zu fördern und mehrere Cola-Bildung anzuregen.
  • FIMing: Ähnlich wie Topping, aber es wird nur ein Teil des Haupttriebs entfernt. Dadurch bilden sich noch mehr Seitentriebe.
  • Lollipopping: Die unteren Blätter und Seitentriebe werden entfernt, um die Energie auf die oberen Knospen zu lenken.
  • Supercropping: Durch gezieltes Knicken oder Biegen der Triebe wird das Wachstum gebremst und die Seitentriebe gestärkt.

Diese Methoden erfordern etwas Übung, können aber den Ertrag und die Qualität verbessern. Sie werden jedoch nicht von allen Growern angewendet.

Blütephase bis zur Ernte

Mit der Umstellung auf 12 Stunden Licht pro Tag wird die Blütephase eingeleitet. Die Pflanzen stellen nun ihr Wachstum weitgehend ein und konzentrieren sich auf die Blütenbildung. Je nach Sorte dauert diese Phase 6-12 Wochen.

In den ersten Wochen der Blüte bilden sich an den Knoten der Seitentriebe die Vorblüten – kleine Härchen, die das Geschlecht der Pflanze erkennen lassen. Männliche Pflanzen produzieren Pollenblüten und sollten rasch aus dem Grow entfernt werden.

Sobald die Blütenstände sichtbar werden, beginnt die eigentliche Blüte. Die Pflanzen brauchen nun Blütedünger mit mehr Phosphor und Kalium. Gegen Ende der Blüte können die Nährstoffe reduziert werden, um die Blüten auszureifen.

Häufige Probleme in der Blütephase

  • Nährstoffmangel, vor allem Kalium-Mangel mit braunen, nekrotischen Blattflecken.
  • Schimmelbildung an den dichten Blütenständen bei zu hoher Luftfeuchtigkeit.
  • Zu hohe Temperaturen verringern die Harzproduktion und das Aroma.

Bestimmung des Erntezeitpunkts

Der richtige Erntezeitpunkt ist entscheidend für die Wirkung und das Aroma des Endprodukts. Er wird anhand der Farbe der Blütenhärchen bestimmt:

  • Durchsichtige Härchen deuten auf unreife Blüten mit wenig Wirkstoffgehalt hin.
  • Bei milchig-trüben Härchen ist der THC-Gehalt am höchsten, die Wirkung sehr kopflastig.
  • Bernsteinfarbene Härchen zeigen volle Reife und körperliche, entspannende Wirkung an.

Die meisten Sorten werden geerntet, wenn 70-80% der Härchen milchig-trüb sind und die ersten bernsteinfarben werden. Letztendlich ist es aber Geschmackssache des Growers.

Trocknung und Nachbehandlung

Nach der Ernte beginnt die Trocknung der Blüten, idealerweise bei 18-20°C und 50-60% Luftfeuchte. Zu warme oder feuchte Bedingungen erhöhen das Risiko von Schimmel und Unangenehmen Aromen.

Die Trocknung dauert je nach Blütengröße und Umgebung 1-3 Wochen. Wenn die kleineren Ästchen knacken statt sich zu biegen, ist die Trocknung abgeschlossen.

Nun folgt das Aushärten (Curing) in luftdichten Gläsern. Dabei werden die Blüten 4-8 Wochen lang aufbewahrt und regelmäßig gelüftet. Dieser Prozess verbessert Aroma, Geschmack und Wirkung der Blüten.

Erst danach sind die Blüten wirklich fertig für den Verzehr oder die langfristige Lagerung. Es lohnt sich, diese letzte Phase nicht zu vernachlässigen – sie macht oft den Unterschied zwischen einem guten und einem hochklassigen Endprodukt aus.

Die detaillierte Betrachtung der einzelnen Wachstumsphasen zeigt, wie viel Aufmerksamkeit und Pflege Cannabispflanzen in jeder Etappe brauchen. Vom kleinen Sämling bis zur fertigen Blüte ist es ein weiter Weg mit vielen möglichen Stolpersteinen.

Aber mit dem nötigen Wissen und etwas Erfahrung könnt ihr eure Pflänzchen erfolgreich durch jeden Lebensabschnitt begleiten. Beobachtet sie genau, lernt typische Probleme und Mangelsymptome zu erkennen und greift schnell ein. So könnt ihr das Beste aus euren Pflanzen herausholen und am Ende eure eigene Premium-Ernte genießen.

Share This Article
Hinterlasse einen Kommentar