Low Stress Training (LST)

Dennis
Dennis 17 Min Lesezeit

Low Stress Training (LST) ist eine beliebte und effektive Methode, um Cannabispflanzen zu formen und ihre Erträge zu steigern. Bei dieser Technik werden die Stämme und Äste sanft gebogen und gebunden, um eine gleichmäßigere Verteilung des Lichts zu erreichen und die Bildung mehrerer Knospen zu fördern.

Im Gegensatz zu anderen Trainingsmethoden wie dem Topping oder FIMing, bei denen die Pflanze beschnitten wird, verursacht LST keinen Stress oder Schock. Dadurch erholt sich die Pflanze schneller und kann ihre Energie in das Wachstum und die Blütenproduktion lenken.

Das Ergebnis sind oft gesündere, buschigere Pflanzen mit einer höheren Anzahl an Knospen und einem insgesamt größeren Ertrag. LST eignet sich sowohl für erfahrene Züchter als auch für Anfänger, da es leicht zu erlernen und anzuwenden ist.

In diesem umfassenden Ratgeber werden wir uns genau ansehen, was Low Stress Training ist, wie es funktioniert und welche Vorteile es bietet. Schritt für Schritt erklären wir die Techniken und Methoden, mit denen du deine Cannabispflanzen optimal trainieren kannst.

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Darüber hinaus gehen wir auf häufige Fehler ein und geben Tipps, wie du diese vermeiden kannst. Auch die richtige Erntetechnik und Nachbehandlung werden behandelt, damit du das volle Potenzial deiner Pflanzen ausschöpfen kannst.

Egal, ob du ein erfahrener Grower bist oder gerade erst mit dem Cannabis Anbau beginnst – dieser Ratgeber liefert dir wertvolles Wissen und praktische Anleitungen für erfolgreiches Low Stress Training. Lass uns loslegen und gemeinsam deine Cannabispflanzen auf ein neues Level bringen!

Grundlagen des Low Stress Trainings

Low Stress Training basiert auf dem Prinzip, das natürliche Wachstum der Cannabispflanze sanft zu lenken, ohne sie zu beschädigen. Durch das Biegen und Binden der Stämme und Äste wird die Pflanze dazu angeregt, mehr Seitentriebe zu bilden und ein buschigeres Erscheinungsbild zu entwickeln.

Das Hauptziel des LST ist es, eine größere Oberfläche der Pflanze dem Licht auszusetzen. Normalerweise konzentriert sich das Wachstum auf den Hauptstamm, der in die Höhe schießt und die unteren Äste und Blätter beschattet. Durch das Training werden die Äste horizontal ausgerichtet, sodass mehr Licht tiefer in die Pflanze eindringen kann.

Infolgedessen bilden sich mehr Knospen an den Seitentrieben, die sonst im Schatten bleiben würden. Die Pflanze produziert eine gleichmäßigere Verteilung der Blüten, anstatt nur eine große Hauptknospe an der Spitze zu entwickeln.

Geeignete Cannabissorten für das LST

Prinzipiell eignen sich die meisten Cannabis Sorten für das Low Stress Training. Besonders gut reagieren jedoch Sativa-dominante Sorten, die von Natur aus ein höheres und schlankeres Wachstum aufweisen. Indica-Sorten sind oft kompakter und buschiger, lassen sich aber ebenfalls erfolgreich trainieren.

Es ist wichtig, gesunde und kräftige Pflanzen für das LST auszuwählen. Schwache oder gestresste Exemplare sollten erst gepflegt und stabilisiert werden, bevor man mit dem Training beginnt.

Benötigte Ausrüstung und Materialien

Für das Low Stress Training benötigst du nur wenige Materialien, die in jedem Growshop oder Gartencenter erhältlich sind:

  • Weiche Pflanzenbänder oder Bindfäden aus Kunststoff
  • Schere zum Zuschneiden der Bänder
  • Kleine Haken oder Klammern zum Befestigen der Bänder
  • Handschuhe zum Schutz der Hände und zum Vermeiden von Harzablagerungen

Optional kannst du auch ein Netz oder Gitter verwenden, an dem du die Äste festbinden kannst. Dies erleichtert die gleichmäßige Verteilung und bietet zusätzlichen Halt.

Achte darauf, dass alle Materialien sauber und steril sind, um eine Übertragung von Krankheiten oder Schädlingen zu vermeiden.

Mit diesem Grundwissen und der richtigen Ausrüstung bist du nun bereit, um mit dem praktischen Teil des Low Stress Trainings zu beginnen. Im nächsten Kapitel gehen wir Schritt für Schritt durch den Trainingsprozess und erklären die verschiedenen Techniken im Detail.

Schritt-für-Schritt-Anleitung zum Low Stress Training

Bevor du mit dem eigentlichen Training beginnst, solltest du sicherstellen, dass deine Cannabispflanzen die richtige Größe und Gesundheit aufweisen. Das LST kann bereits im frühen Wachstumsstadium begonnen werden, sobald die Pflanze mehrere Internodien entwickelt hat.

Idealerweise sollte die Pflanze mindestens 20-30 cm hoch sein und ein kräftiges Stämmchen haben. Vermeide es, kranke, gestresste oder unterernährte Pflanzen zu trainieren, da dies ihr Wachstum beeinträchtigen kann.

Bereite deinen Arbeitsbereich vor, indem du alle benötigten Materialien wie Bänder, Schere und Haken griffbereit legst. Sorge für ausreichend Licht und Belüftung, um ein gesundes Wachstum zu fördern.

Erste Schritte

Beginne damit, den Hauptstamm der Pflanze sanft zur Seite zu biegen. Nutze ein weiches Pflanzenband oder einen Bindfaden, um ihn in der gewünschten Position zu fixieren. Wichtig ist, dass du die Pflanze nicht zu stark biegst oder gar knickst, da dies zu Verletzungen führen kann.

Biege den Stamm in einem Winkel von etwa 90 Grad zur Seite und befestige das andere Ende des Bandes an einem Haken oder einer Klammer am Topfrand. Stelle sicher, dass die Biegung gleichmäßig verteilt ist und keine Knicke entstehen.

Wiederhole diesen Vorgang mit den Seitentrieben, sobald sie lang genug sind. Biege sie sanft nach außen und fixiere sie mit Bändern, sodass sie horizontal ausgerichtet sind. Ziel ist es, eine möglichst breite und flache Pflanze zu formen.

Das Training sollte in regelmäßigen Abständen durchgeführt werden, etwa alle 3-5 Tage. Kontrolliere bei jeder Sitzung die Spannung der Bänder und passe sie gegebenenfalls an, um ein gleichmäßiges Wachstum zu gewährleisten.

Fortgeschrittene Techniken

Sobald deine Pflanze an das LST gewöhnt ist und sich gut entwickelt, kannst du zusätzliche Techniken anwenden, um das Wachstum weiter zu optimieren:

  • Defoliation: Entferne einige der größeren Blätter im Inneren der Pflanze, um mehr Licht und Luft an die unteren Äste zu lassen. Sei jedoch sparsam und entferne nicht mehr als 20-30% des Blattwerks auf einmal.
  • Lollipopping: Schneide die unteren Seitentriebe und Blätter ab, die wenig Licht abbekommen und voraussichtlich keine großen Blüten produzieren werden. Dadurch konzentriert sich die Energie der Pflanze auf die Haupttriebe und Knospen.
  • Supercropping: Eine fortgeschrittene Methode, bei der die Stämme und Äste an bestimmten Stellen sanft geknickt werden, ohne sie vollständig zu brechen. Dies regt die Pflanze zu verstärktem Wachstum und dickeren Stämmen an.

Sei bei der Anwendung dieser Techniken vorsichtig und beobachte die Reaktion deiner Pflanzen genau. Nicht jede Sorte verträgt die gleiche Intensität des Trainings.

Erhaltung und Pflege

Während des gesamten LST-Prozesses ist es wichtig, die grundlegende Pflege deiner Cannabispflanzen nicht zu vernachlässigen. Stelle sicher, dass sie ausreichend Wasser, Nährstoffe und Licht erhalten.

Kontrolliere regelmäßig den pH-Wert des Bodens oder Substrats und passe ihn gegebenenfalls an. Achte auf Anzeichen von Nährstoffmangel oder Überdüngung und reagiere entsprechend.

Überwache deine Pflanzen auch auf Schädlinge und Krankheiten. Durch das enge Binden und die erhöhte Luftfeuchtigkeit können Proble

me wie Mehltau oder Spinnmilben begünstigt werden. Kontrolliere regelmäßig die Blätter und Stämme und ergreife bei Bedarf Gegenmaßnahmen.

Mit der richtigen Pflege und Geduld wirst du schon bald die Früchte deines Low Stress Trainings ernten können. Dicke, harzige Blüten und ein erhöhter Ertrag werden der Lohn für deine Mühen sein.

Häufige Fehler und wie man sie vermeidet

Low Stress Training (LST) ist zwar eine relativ einfache und sichere Methode, doch auch hier können Anfänger Fehler machen, die das Wachstum beeinträchtigen oder sogar die Pflanze beschädigen. Hier sind einige der häufigsten Fehler und Tipps, wie du sie vermeiden kannst:

Zu aggressives Biegen oder Beschädigung der Pflanze

Ein häufiger Anfängerfehler ist es, die Stämme und Äste zu stark zu biegen oder zu dehnen. Wende immer nur sanften Druck an und biege die Pflanze schrittweise über mehrere Tage hinweg. Wenn du Widerstand spürst, höre auf zu biegen, um Risse oder Brüche zu vermeiden.

Sei besonders vorsichtig bei jungen Pflanzen mit dünnen Stämmen. Sie sind anfälliger für Verletzungen als ältere, robustere Exemplare.

Unzureichende Belichtung oder falsche Ausrichtung der Zweige

Achte darauf, dass alle Teile der Pflanze gleichmäßig mit Licht versorgt werden. Richte die Äste so aus, dass sie nicht von anderen Blättern oder Zweigen beschattet werden. Verwende bei Bedarf zusätzliche Lichtquellen wie LED-Lampen, um eine optimale Beleuchtung zu gewährleisten.

Vermeide es, die Äste zu flach oder zu steil abzubinden. Ein Winkel von etwa 45-90 Grad zur Hauptachse ist ideal für eine gute Lichtaufnahme und Luftzirkulation.

Vernachlässigung der grundlegenden Pflanzenpflege

Konzentriere dich nicht so sehr auf das Training, dass du die grundlegenden Bedürfnisse deiner Cannabispflanzen vernachlässigst. Stelle sicher, dass sie immer ausreichend Wasser und Nährstoffe erhalten und die Umgebungsbedingungen wie Temperatur und Luftfeuchtigkeit stimmen.

Kontrolliere regelmäßig den pH-Wert und die EC-Werte des Substrats und passe sie gegebenenfalls an. Überwache deine Pflanzen auf Anzeichen von Stress oder Krankheiten und reagiere schnell, um Probleme zu beheben.

Ungeduld und zu häufiges Trainieren

Gib deinen Pflanzen Zeit, sich zwischen den Trainingseinheiten zu erholen und neu auszurichten. Ein häufiger Fehler ist es, zu oft und zu aggressiv zu trainieren, was zu Stress und verlangsamtem Wachstum führen kann.

Warte mindestens ein paar Tage zwischen den Trainingseinheiten und beobachte, wie die Pflanze reagiert. Wenn sie gesund und kräftig wächst, kannst du mit dem nächsten Schritt fortfahren. Bei Anzeichen von Stress oder Unbehagen solltest du eine Pause einlegen und die Pflanze sich erholen lassen.

Fehler beim Timing und der Dauer des Trainings

Beginne mit dem LST, sobald die Pflanze groß genug ist, um die Manipulation zu verkraften, normalerweise nach der 3.-4. Woche. Wenn du zu früh startest, kann die Pflanze Schaden nehmen oder ihr Wachstum verlangsamen.

Beende das Training, sobald die Blütephase beginnt. In dieser Phase solltest du die Pflanze nicht mehr stressen, sondern sie in Ruhe ihre Blüten entwickeln lassen.

Erntezeit und Ergebnisse

Nach Wochen des sorgfältigen Trainings und der liebevollen Pflege ist es endlich soweit: Die Cannabis Ernte steht bevor. Doch wann ist der richtige Zeitpunkt und wie erkennst du, dass deine Cannabispflanzen reif für die Ernte sind? Hier sind einige Anzeichen, auf die du achten solltest:

Anzeichen für die Reife der Knospen

  • Die Blütenhärchen (Pistils) verfärben sich von weiß zu dunkelrot oder braun. Wenn etwa 70-80% der Härchen diese Farbe angenommen haben, ist die Pflanze bereit für die Ernte.
  • Die Trichome (Harzdrüsen) auf den Blüten und Blättern verändern ihre Farbe von klar zu milchig-trüb bis hin zu bernsteinfarben. Der ideale Erntezeitpunkt liegt meist im milchig-trüben Stadium.
  • Die Blüten sind prall, dicht und haben aufgehört, sich zu vergrößern. Sie verströmen einen intensiven, charakteristischen Duft.
  • Die großen Fangblätter beginnen sich gelb zu verfärben und einzurollen, was auf die nahende Reife hindeutet.

Beobachte diese Anzeichen genau und vergleiche sie mit den Angaben des Züchters für die jeweilige Sorte. Manche Sorten haben eine längere Blütezeit als andere und benötigen mehr Zeit zum Ausreifen.

Erntetechniken und Nachbehandlung

Wenn der richtige Zeitpunkt gekommen ist, schneide die Blüten vorsichtig von den Stämmen und Ästen ab. Verwende dabei eine saubere, scharfe Schere und arbeite von oben nach unten.

  • Entferne die großen Fangblätter und trenne die Blüten von den Stängeln. Lasse die kleineren Zuckerblätter an den Blüten, da sie mit Trichomen überzogen sind und zum Aroma beitragen.
  • Hänge die Blüten zum Trocknen an Schnüren oder Kleiderbügeln in einem dunklen, kühlen Raum mit guter Belüftung auf. Die ideale Temperatur liegt bei 15-20°C und die Luftfeuchtigkeit bei 50-60%. Vermeide direkte Sonneneinstrahlung und Zugluft.
  • Nach 7-14 Tagen sollten die Blüten trocken genug sein, um sie in Gläser oder andere luftdichte Behälter zu überführen. Öffne die Behälter in den ersten Wochen täglich für einige Minuten, um überschüssige Feuchtigkeit entweichen zu lassen.
  • Lasse die Blüten mindestens 2-4 Wochen lang reifen, bevor du sie konsumierst. Während dieser Zeit entwickeln sich die Aromen und Wirkstoffe weiter und erreichen ihr volles Potenzial.

Zu erwartende Erträge und Qualität

Die Erträge und die Qualität deiner Ernte hängen von vielen Faktoren ab, darunter die Genetik der Sorte, die Wachstumsbedingungen und natürlich das erfolgreiche Low Stress Training.

Im Vergleich zu untrainierten Pflanzen kannst du bei LST-Pflanzen mit einem Ertragszuwachs von 20-30% rechnen. Die gleichmäßigere Verteilung des Lichts und die erhöhte Anzahl an Blütenständen führen zu einer insgesamt größeren Ausbeute.

Auch die Qualität der Blüten kann durch LST verbessert werden. Durch die optimierte Lichtaufnahme und Belüftung entwickeln die Blüten mehr Trichome, was zu einem höheren Gehalt an Cannabinoiden und Terpenen führt. Das Ergebnis sind potentere, aromareichere Blüten mit einer verbesserten Wirkung.

Letztendlich hängt die Qualität deiner Ernte jedoch von der Sorgfalt und Hingabe ab, mit der du deine Pflanzen pflegst. LST ist ein leistungsstarkes Werkzeug, aber es ersetzt nicht die *grundlegende Pflanzenpflege* und die Schaffung optimaler Wachstumsbedingungen.

Mit der richtigen Kombination aus Fachwissen, Geduld und Liebe zum Detail wirst du jedoch beeindruckende Ergebnisse erzielen und den Lohn für deine harte Arbeit ernten können.

Weiterführende Tipps und Tricks

Wenn du die Grundlagen des Low Stress Trainings gemeistert hast und deine ersten Erfolge erzielt hast, gibt es immer noch Möglichkeiten, deine Fähigkeiten zu verbessern und das volle Potenzial deiner Cannabispflanzen auszuschöpfen. Hier sind einige weiterführende Tipps und Tricks für fortgeschrittene Grower:

Kombination von LST mit anderen Trainingsmethoden

  • LST lässt sich hervorragend mit anderen Trainingsmethoden kombinieren, um noch bessere Ergebnisse zu erzielen. Probiere zum Beispiel folgende Techniken aus:
  • Topping: Schneide die Spitze des Hauptstamms ab, um die Pflanze zu verzweigen und mehr Haupttriebe zu fördern. Kombiniere dies mit LST, um eine noch breitere, buschigere Pflanze zu erhalten.
  • FIMing: Ähnlich wie Topping, aber du schneidest nur etwa 75% der Spitze ab. Dies führt zu mehreren Haupttrieben aus einer einzigen Schnittstelle und erhöht die Anzahl der Blütenstände.
  • ScrOG (Screen of Green): Spanne ein Netz über deine Pflanzen und flechte die Triebe durch die Maschen, um eine gleichmäßige Oberfläche zu schaffen. Kombiniere dies mit LST für eine optimale Lichtausbeute.
  • Experimentiere mit verschiedenen Kombinationen und finde heraus, was für deine Pflanzen und deine Wachstumsbedingungen am besten funktioniert.
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